PapiermacherEiner der Schwerpunkte des Papiermuseums ist die Papiergeschichte. Die Bestände des Museums umfassen nicht nur historische Zeugnisse und geschichtliche Daten zur Papierfabrik Fockendorf, sondern auch zu zahlreichen anderen Papierstandorten im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.

Zu den wichtigsten papiergeschichtlichen Zeugnissen gehört vor allem die Wasserzeichensammlung, sie umfasst mehr als 1.000 verschiedene originale handgeschöpfte Papierbogen aus dem Zeitraum ab ca. 1500 bis etwa 1860.

Im Museum wird permanent papier- geschichtliche Forschungsarbeit geleistet. Vor allem hinsichtlich der chronologischen Entwicklung diverser Papiermühlen in Mitteldeutschland und damit im Zusammenhang zur Geschichte zahlreicher Papiermacherfamilien. Aber auch zur Wasserzeichenforschung leistet das Museum seinen Beitrag.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten finden ihren Niederschlag in zwei bisher veröffentlichten Büchern, zahlreichen Veröffentlichungen in der Presse und in Fachvorträgen.

Bezüglich der Forschungsarbeit besteht enge Verbindung zum  Deutschen Buch- und Schriftmuseum / Kultur- und Papierhistorische Sammlungen in Leipzig, sowie zum Deutschen Arbeitskreis Papiergeschichte. Aber auch zu anderen Museen, die sich mit Papiergeschichte befassen, bestehen Kontakte.

Aktuelle Forschungsobjekte

Gegenwärtig steht die Papiermühle (PM) Möhla im Mittelpunkt unserer papiergeschichtlichen Forschungsarbeit. Anlass dazu ist, dass verschiedene personelle Zusammenhänge zwischen dieser Papiermühle und den Papiermühlen Fockendorf wie auch Großstöbnitz bestanden.

Bisher ist über die PM Möhla nur sehr wenig bekannt und wie sich inzwischen herausstellte, auch einige Angaben dazu fehlerhaft.

Inzwischen wurden umfangreiche Daten und Fakten  ermittelt, die im folgenden auszugsweise dargestellt werden:

Möhla ist ein Ortsteil von Sörnewitz bei Oschatz und liegt am Flüsschen Dahle. Es sind noch Gebäude vorhanden, die auf dem Platz der ehemaligen Papiermühle stehen.

Ursprünglich stand hier eine Getreidemühle, die 1660 unter den Hammer kam, aber keinen Käufer fand. Schließlich übernahm der zuständige Lehnsherr, Johann David von Oppel auf Lampertswalde selbst die Mühle und ließ sie durch den Papiermachermeister Ferdinand Oberst zur Papiermühle umrüsten. 1672 ging diese in Betrieb. allerdings war der erste Betreiber nicht Ferdinand Oberst, sondern Meister Gabriel Weiss. Oberst ist erst wieder zwischen 1684 und 1693 als Papiermachermeister in Möhla tätig.

1691 kauft der Fleischermeister HansSchwarzburg aus Naunhof die Möhlaer PM. Am 2. August 1693 erwirbt Papiermachermeister Christoph Rehm die PM zum Preis von 1.100 Gulden. Er ist ein Bruder des Fockendorfer Papiermachermeisters Christian Rehm. Im Zeitraum von 1696 bis 1700 ist JohannWieser aus Schrobenhausen als Geselle in dieser PM tätig und wechselt dann nach Fockendorf (siehe Geschichte der Papierfabrik Fockendorf). Sein Sohn Johann Conrad, der 1728 die obere Fockendorfer PM erwarb, ist 1697 in Möhla geboren. Auch der Großstöbnitzer Papiermachermeister Johann Samuel Wittig ist offenbar in der Möhlaer PM als Geselle tätig gewesen, denn er heiratet 1707 Maria Sophia, die Tochter des Gerichtsverwalters von Lampertswalde, Martin Trobisch.

1863 wird die Möhlaer PM stillgelegt. Letzter Besitzer war der Papiermachermeister Christian Friedrich August Tröltzsch, er stirbt 1864 im Alter von 51 Jahren.

Die Papiermühle wird wieder in eine Getreidemühle umgewandelt und ist bereits 1866 als solche wieder in Betrieb.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit werden zur Jahrestagung des Deutschen Arbeitskreises Papiergeschichte im September 2009 in Celle vorgetragen und anschließend an die Kultur- und Papierhistorischen Sammlungen in Leipzig übergeben.

Aus der Geschichte der PapiermachereiBuchangebot

Aus der Geschichte der Papiermacherei

Herausgeber:

Traditionsverein Papierfabrik Fockendorf e.V.

Inhalt u. a.:

  • Gebräuche der Papiermacher
  • Unterricht eines Papiermachers an seine Söhne
  • Reisebeschreibung von Heinrich Otto Ludwig Fuess

Preis 10,- Euro

Nur im Museum erhältlich.